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4.8.2025 Westergellersen - Marina Minde
Weiter geht’s nun endlich. Wir möchten raus aufs Wasser und entspannen. Zu Hause ist erst mal alles im grünen Bereich. Den Pferden geht’s gut, den Menschen auch und wir können wieder los. Wundersamer Weise hat sich eine neue Nähmaschine ins Haus geschlichen, jetzt habe ich auch eine an Bord, juchuuu 😀!!
Wir packen die frisch gewaschene Wäsche ins Auto, das Hundefutter ist auch aufgefüllt und wir machen uns wieder auf den Weg in den Norden.
5.-6.8.2025 Marina Minde
Jetzt ist es wie immer zu Urlaubsstart: Regen, Wind, Böen, einfach schlechtes Wetter. Irgendwie fühlt sich das hier gerade mal wieder nicht wie Sommer an. Also fahren wir zum shoppen nach Sønderborg in meinen Lieblingsstoffladen und kaufen ein paar Sachen, die wir auch an Bord gebrauchen können. Im Hafen liegt die königliche Yacht, ein wunderschönes altes Schiff.
Wir gehen laufen, werden dabei nass und freuen uns hinterher über eine warme Dusche. Hier und da gibt es noch was zu Basteln und Aufzuräumen, wir versuchen langsam runterzukommen und den Urlaubsmodus erneut zu starten.
7.8.2025 Marina Minde - Søby Ankerbucht 29,4sm
Endlich: wir legen ab Richtung Ærø, unsere Lieblingsinsel. Am Anfang haben wir noch gut Wind bis 17, 18 Knoten. Wir können wunderbar segeln. Später lässt der Wind nach und wir müssen uns mit dem Motor behelfen. Da wir wie immer viel zu spät auf losgefahren sind, weil wir noch tanken wollten, entscheiden wir uns für die Ankerbucht vor Søby. Es ist herrlich ruhig und wir genießen es, dass wir endlich unterwegs sind und hoffentlich eine längere Strecke schaffen.
Die Steilküste hier ist zwar gut als Windschutz, aber schwierig für den Hundespaziergang. Irgendwo finden wir einen Aufgang zu einer Wiese, aber es sieht alles nach Privatgelände aus. Aus einem kleinen Sonnenblumenfeld entführe ich eine Blümelein, es verspricht so viel Sommer und Sonne… haben wir uns verdient nach all dem Ärger und das Blümelein scheint ein Zeichen zu sein 🌻.
8.8.2025 Søby Ankerbucht - Søby Hafen 1,7sm
Am Morgen wollen wir früh in den Hafen, um einen schönen Liegeplatz zu bekommen. Der Plan geht auf und wir finden einen wunderbaren Längsseits-Anlegeplatz mit Blick auf die Mole und das Meer.
Endlich kommen auch mal die kleinen Italiener zum Einsatz. Das sind die Klappfahrräder als Info für diejenigen, die uns noch nicht so lange folgen. Wir radeln zum Leuchtturm und genießen die Aussicht auf die Nordwestspitze Ærøs aus der Luft.
Unterhalb des Leuchtturms liegt der Golfplatz. Wenn man Golf spielen würde, wäre das bestimmt eine fantastische Location. Mein Sport ist es ja nicht aber der Skipper hat ja mal gelernt. Wir beobachten vom Leuchtturm aus, wie die Bälle nicht immer da landen, wo sie sollten und amüsieren uns ein wenig. Die Golfer merken zum Glück nicht, dass sie aus der Luft beobachtet werden.
Beim Spaziergang zum Strand erwischt mich dummerweise ein Schluckauf. Diesen kann ich normalerweise nur mit Hilfe von ein wenig Wasser o.ä. mit Kohlensäure bekämpfen. Also gehen wir in das Clubhaus vom Golfclub und versuchen eine Flasche Wasser zu kaufen. Das stellt sich als eine kleine Herausforderung dar, denn es ist Selbstbedienung und Bezahlung ist nur per Mobile Pay möglich. Leider können wir als Deutsche kein Mobile Pay Account anlegen, so dass wir ein wenig verzweifelt sind und nicht als Diebe dastehen wollen. Unsere Geldbörsen liegen sicher an Bord.
Zum Glück fällt mir ein, dass Bernd ja immer einen Zehn-Euro-Schein in seiner Handyhülle hat. So kaufen wir für 3,00€ eine Flasche Wasser und für 7,00€ eine Flasche Bier aus Ærø und werfen den Schein in einen dafür vorgesehenen Briefkasten. Diese Flasche Bier werde ich in aller Ruhe zum Abendessen genießen!
Nach der Heimfahrt springen wir noch einmal in die heute ziemlich kalte Ostsee, gehen noch eine Runde durch Søby und muckeln uns relativ früh in die Koje.
Hier in Søby gibt es übrigens keinen Automaten, um die Hafengebühren zu bezahlen. Der Hafenmeister oder die Hafenmeisterin kommt persönlich an den Steg und die Gebühr ist sogar günstiger als in den anderen Häfen! Wirklich erstaunlich, Arbeitsplätze nicht “wegautomatisiert”, sondern personalisiert und richtig freundlich! Ist auch mal schön 😊.
9.8.2025 Søby - Ærøskøbing 8,1sm
Der Tag möchte heute spannend werden! Es beginnt schon beim Ablegen, dass wir vergessen, den Kiel runter zu machen und ein wenig abtreiben. Erst später merken wir, dass wir mit einem Fender an der Seite los gesegelt sind. Naja, kann jedem mal passieren… Mit 7,5 Knoten Speed fliegt Tabaluga in Richtung Æerøskøbing, damit wir unseren Hochzeitstag an Ort und Stelle feiern können! 🤩
Kurz vor dem Hafen nehmen wir die Segel runter, da die Fähre in Sichtweite ist und starten den Motor. Auf einmal fängt der Motor an zu eiern. Drehzahl runter, Drehzahl rauf, ein ganz komisches Verhalten. Die Dieseltanks sollten eigentlich ausreichend gefüllt sein. Ich drehe ab und versuche uns erst mal frei vom Land zu halten, bis der Motor wieder vernünftig läuft. Irgendwann beruhigt er sich wieder und wir können den Hafen ansteuern. Sehr merkwürdig, verdient wohl ein wenig Nachforschen, was da mit der Maschine los ist.
Jetzt, endlich sind wir angekommen auf unserer Lieblingsinsel. Es ist die Hölle los. Es ist Samstag. Viele haben noch Ferien. Viele Holländer sind auch hier. Wir haben Glück und vor uns legt ein Schiff ab und wir können in die Lücke reinfahren, direkt vor der Fischräucherei. Gut, dass wir früh da sind, wie ein Bekannter gerne sagt: der frühe Vogel fängt den Liegeplatz 🦆.
Wir machen den obligatorischen kleinen Rundgang durch dieses wunderschöne Städtchen. Es ist sehr warm. Lieschen ist ein bisschen müde, also bringen wir sie zurück an Bord und satteln die kleinen Italiener. Als wir zurückkommen, liegt ein holländisches Boot längsseits an uns, eine Familie mit mehreren Kindern. Sie und deren Freunde, die ein Boot vor uns liegen, machen so viel Lärm wieder gesamte Hafen zusammen. Mal gucken, was das noch wird. Wir sind schon ein bisschen genervt.
Wir fahren mit den kleinen Italienern einmal bis zur Spitze der kleinen Halbinsel vor Æerøskøbing. An der Steilküste ist es einfach nur herrlich schön und unsere kleinen Strandhäuschen bewundern wir auch zum ich weiß nicht wie vielten Male.
Zurück im Hafen ist das Hafenkino in vollen Gange. Bäumchen-wechsel-dich-Spiele zwischen den einzelnen Liegeplätzen und immer wieder neue Schiffe, die reinkommen und leider keinen Platz finden. Wir entscheiden uns, an der Fischbude was zu essen zu holen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.
10.8.2025 Ærøskøbing
Unser Hochzeitstag auf unserer Lieblingsinsel 😍. Was könnte es Schöneres geben? Wir starten den Tag mit einem kleinen 5 km Lauf, einem kurzen Bad in der Ostsee, die hier doch ziemlich kalt ist, und einem anschließenden für uns fürstlichen Brunch. Danach möchte ich gerne nach Marstal radeln. Lieschen ist ausgepowert von dem Lauf und bleibt an Bord.
Wir sind so 2-3 km unterwegs, als meine Fotosucht mich überkommt und ich unbedingt einen Fischernetz fotografieren muss. Ich bremse, es macht Rumms und mein Skipper fährt hinten in mein Fahrrad hinein, legt einen Stunt vom Feinsten hin und landet im Graben. Ich denke, der Blick von uns beiden war ein bisschen wie Slapstick. Keiner sagt was, aber die Blicke sagten synchron: “Geht’s noch????” 🤣. Da ja immer der jenige Schuld hat, der zu wenig Abstand gehalten hat, verlange ich als Entschädigung ein Eis, pah! (Außer ein abgefallender Kettenschutz sind keine weiteren Schäden oder Verletzungen zu vermelden.)
In Marstal wollen wir erst mal gucken, ob die Strandhäuschen nach der Ostseesturmflut von 2023 wieder aufgebaut worden sind. Angeblich waren ja alle von den Fluten und dem Wind weggerissen worden. Wir stellen höchst erfreut fest, dass wieder viele bunte Häuschen auf dieser kleinen Landzunge mit Blick auf Langeland stehen.
Auf dem Rückweg hat Bernd auf einmal die Idee vor der Fähre zurück in Ærøskøbing sein zu wollen. Er überholt eine Familie auf normalen Fahrrädern und ich hechte mit den Klapprad hinter ihm her. In Ærøskøbing angekommen bin ich fix und fertig. Unser Triathlon für heute ist beendet! 🚲
Wir machen es uns ein Bord gemütlich und ich bereite uns ein feines Drei-Gänge-Menü zu. Das finden wir heute viel schöner und gemütlicher als in einem Restaurant zu sitzen und viel Geld für fragwürdige Qualität auszugeben. Natürlich gibt es supergute Restaurants in Dänemark, aber die sind eben meist (für uns) unbezahlbar.
Nach dem Abendspaziergang erleben wir noch einen kleinen Schreckmoment als Liese beim an Bord hüpfen abrutscht und wir bei sie mit vereinter Kraft an Bord hieven müssen, aber zum Glück ist nichts passiert. Ein Bad im Hafenbecken wäre nicht so lustig gewesen, aber es geht ihr und uns gut! Ja, sie wird älter und kann die Entfernung nicht immer so gut einschätzen, wenn sie springt. Darauf müssen wir ab jetzt mehr Rücksicht nehmen, aber das ist auch kein Problem.
Den gesamten Abend werden wir leider ein bisschen gestört von unserer Nachbarn, den beiden holländischen Booten. Die Kinder sind irgendwie völlig überdreht und toben von einem Boot zum anderen und auf der Hafenmole herum. Sie können nicht grüßen und Freundlichkeit ist irgendwie auch nicht angesagt. Die Eltern sind ganz nett, aber tun auch nichts dagegen, dass ihre Kinder da so frei drehen. Trotz der kleinen Schreckmomente war der Tag wunderschön bei bestem Wetter und ziemlich viel Wind. Zum Abschluss gibt es eine Pickelbrause und der Rest ist privat… 😉
11.8.2025 Ærøskøbing - Thurø Bund 12,1sm
Am Morgen beehren uns die Schwälbchen auf Reling und Festmachern, zu niedlich!
Mit uns im Hafen ist auch eine Gruppe von mehreren Booten vom Hamburger Regatta Verein. Eins der Boote, ein Charterboot, hat wohl ein Problem mit der Schraube. Die Crew kommt zu uns und fragt uns, ob wir eventuell mit Tauchausrüstung aushelfen können. Natürlich helfen wir ihnen gerne mit Schnorchel, Taucherbrille und Flossen aus.
Nach dem Morgenspaziergang sind auch wir bereit zum Ablegen und tuckern gemütlich aus dem Hafen. Ein dänisches Motorboot vor uns winkt uns noch zum Abschied und streckt die Daumen hoch zum gut gelungenen Ableger. Wir winken unserer Lieblingsinsel zum Abschied und freuen uns auf den nächsten Besuch! So gerne würde ich mal im Herbst hierhin, wenn der Hafen leer ist.
Der Wind ist sanft, wir setzen die Segel und können vor dem Wind ganz gemütlich in den Svendborgsund hineinsegeln, zwischendurch sogar wunderbar im Schmetterling. Auf einmal kommt uns eine blaue X-Yacht entgegen, an Bord jemand, der uns bekannt vorkommt. Wir winken, sind aber unsicher, ob es wirklich Christina und Martin sind, die wir vorletztes Jahr in Nyborg kennen gelernt haben. Ich schaue durchs Fernglas und bin mir ziemlich sicher, dass es die X-MAC von den beiden ist. Schreibe Christina eine WhatsApp und frage, ob wir uns gerade begegnet sind. Das wäre schon sehr lustig auf der Ostsee wieder aufeinander zu treffen. Vor allem, nachdem wir von den Segelfreunden aus Großenbrode eigentlich nie wieder was gesehen haben.
Kurz vor Svendborg nehmen wir die Segel runter und fahren mit Motor weiter. Hier ist das Fahrwasser eng und kurvenreich, so dass es uns sicherer erscheint, mit Motor zu fahren. Ziel heute ist die wunderschöne Bucht von Thyrø, in der wir ankern wollen. Kaum dass wir in die Bucht abbiegen wollen, stottert der Motor wieder. Was ist das bloß? Irgendwie müssen wir das rausfinden. Aber bis zum Ankerplatz schaffen wir es problemlos.
Dort angekommen machen wir einen Spaziergang in den wunderschönen Buchenwald mit den alten Baumbeständen. Wir treffen auf eine Dänin mit ihrem kleinen weißen Hund, der ganz wild mit Liese versucht zu spielen. Die geht tatsächlich kurz darauf ein und tobt herum. Wir unterhalten uns mit der Dame über die Dänen und die Deutschen und wie sich unsere Gesellschaft im Moment zu verändern scheint, was wohl in beiden Nationen spürbar ist.
12.8.2025 Thurø Bund - Svenborg - Thurø Bund 4,7sm
Am Morgen beginnen wir den Tag mit einer schönen Laufrunde um Thurø. Ein anschließendes Bad und eine Dusche und ein ausgiebiger Brunch, so geht Urlaub für uns.
Danach starten wir den Motor und wollen gemütlich aus der Bucht rausfahren, als dieser schon wieder mit der Drehzahl rauf und runter und rauf und runter geht, also irgendwas stimmt hier absolut nicht. Wir beschließen, nach Svendborg rein zu fahren, beim dortigen Yachtservice Kühlflüssigkeit für den Motor zu besorgen und vielleicht finden wir auch jemanden, der mal auf den Motor gucken kann. Bernd wechselt den Dieselzufluss auf den zweiten Tank, um zu prüfen, ob dort vielleicht das Problem liegt. Der Motor fängt an zu stottern, wird laut und geht dann aus. Mitten im Svendborgsund. Wir schaffen es gerade noch, uns aus der Fahrrinne heraus treiben zu lassen. Zum Glück ist kein Wind und wir werfen erst mal den Anker.
Nach einer Weile lässt sich der Motor zum Glück wieder starten und wir können in den Hafen von Svendborg reinfahren. Dort legen wir am Pier direkt vor dem Marine Shop an und werden sofort von einer jungen Hafenmeisterin begrüßt, die uns fragt, ob wir ein Problem mit dem Boot haben. Das können wir bestätigen und zum Glück dürfen wir genau deswegen auch dort liegen bleiben, da das der Servicepier ist und kein normaler Liegeplatz. Während Bernd sich nun auf die Fehlersuche begibt, Kühlflüssigkeit nachfüllt und die Dieselfilter überprüft, muss ich mich gegen andere Skipper von größeren Yachten wehren, die gerne bei uns längsseits gehen möchten, weil der Hafen zwar nicht voll, aber alle Plätze auf Rot, also reserviert sind. Irgendwie seltsam organisiert dort. Dass ich aber energisch Nein sagen muss, um Längsseitslieger an unserem Boot abzuwehren ist auch schon ziemlich schräg. Das Verständnis für meine Ablehnung ist relativ gering und der Ton wird teils sehr unfreundlich, dabei gebe ich nur weiter, was die Hafenmeisterin gesagt hat.
Als alles überprüft ist und der Motor wieder zu laufen scheint (ohne wirkliche Erkenntnis, vermutlich war wirklich Dreck in einem Dieselfilter) tuckern wir wieder zurück in unsere Ankerbucht, um dort unsere Ruhe zu haben. Auf Stadt haben wir gerade keine Lust und auf diesen Hafen mit den vielen Charterbooten auch nicht. Auch wenn Svendborg durchaus schön und reizvoll ist, aber wir haben’s ja schon gesehen.
Abends bekomme ich eine Nachricht von der Dänin Christina über Facebook Messenger: “Did we see you yesterday leaving Ærø? It looked good with sails like butterfly!” Sie waren es wirklich, aber wir schaffen es dieses Jahr nicht, einen gemeinsamen Hafen anzulaufen, da wir in die entgegengesetzte Richtung segeln.
Übrigens: mein Blümelein blüht immer noch!
⛵