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Reparaturen und noch mehr Reparaturen
Spät geht es los dieses Jahr, wieder einmal beginnt die Segelsaison für uns erst, wenn der Mittsommer vorbei ist und die Sommersonne hoch am Himmel steht.
Die Reparaturen begannen schon im letzten Oktober, als wir nach der Entdeckung der defekten Salingen keinen Meter mehr gesegelt sind. Nach dem OK der Versicherung wurde der Mast gelegt, vermutlich das erste Mal für unser Schiffchen seit dem ersten Riggen. Monatelang verzögerte sich Gutachen, Lieferung der Ersatzsalinge, geschweige denn erste Arbeiten am Schiff.
Wir verbringen den Winter in der Marina Sonwik in Flensburg, so ohne Mast sieht Tabaluga irgendwie traurig aus. Nach dem Einfordern eines zweiten Gutachtens geht es endlich voran, wir bringen Tabaluga Anfang April in die Marina Toft, um dort endlich den Mast wieder stellen zu können. Es soll ein komplett neues Rigg werden, was nach 15 Jahren durchaus sinnvoll ist. Auf dem Weg von Sonwik nach Toft fällt mir etwas auf, was uns wieder fast zur Verzweiflung bringt. Das Ruder ist wieder fest!! Der gleiche Mist, der uns im letzten Jahr eine Woche Urlaub gekostet hat. Wieder lange Diskussionen mit der Werft, erst im Mai klappt es, dass jemand vorbeikommt und sich das anschaut. Folge: wir müssen Tabaluga wieder mal aus dem Wasser holen und das andere Ruder reparieren lassen. Das Setzen des Masts verzögert sich um weitere zwei Wochen.
Es ist ein Geduldspiel, immer wieder auf neue fehlerhafte Dinge zu stoßen, die wir nicht verursacht haben. Aber aufgeben geht nicht, also basteln wir weiter. In der Zwischenzeit passieren Zuhause viele Dinge, so dass auch der Juni nur so vorbeifliegt.
Tabaluga segelt wieder!!
Endlich ist alles fertig, der Mast steht, die Segel sind angeschlagen, die neuen Leinen glänzen, Tabaluga sieht toll aus! Ein Probesegeln mit dem Segelmacher steht an, alles funktioniert! Ok - fast alles. Der Autopilot noch nicht. Und das Funkgerät auch nicht. Aber fast alles! 🙃
16.7.2025 Westergellersen - Marina Minde
Nach einem wunderschönen Ausflug auf die Hamburgische Insel Neuwerk mit den Pferden ist nun endlich Segeln angesagt. Dummerweise hat sich Lucky auf Neuwerk verletzt und ich muss abwarten, wie die Wunde am Hinterbein verheilt, bevor wir uns auf den Weg in den Urlaub machen. Spontan entscheiden wir: wir fahren heute Nacht, nur noch schnell die Hufe von Lucky machen, bevor wir fahren. Weil ich so viel Solidarität mit meinem Pferd empfinde, verletze ich mich noch ordentlich mit dem Hufmesser, einer schöner Cut im Arm, der die nächsten Tage dann wohl mit einem wasserdichten Pflaster versorgt werden muss. So können wir im Partnerlook mit Macken an Armen und Beinen herumlaufen. Narben zeugen schließlich von Abenteuerlust 😉.
Da die Hamburger derzeit mit den Bauarbeiten am und rund um den Elbtunnel ziemlich spinnen, fahren wir nachts. Das ist zwar anstrengend, aber zumindest kann man ohne Stau durchfahren. Gegen Mitternacht kommen wir in Marina Minde an, Anlegerbier und ab in die Koje! Mein Arm tut ganz schön weh, ich hoffe, dass die Notfalleigenbehandlung ausreichend war.
17.7.2025 Marina Minde
Am nächsten Morgen ereilt uns ein Wetterschock! Es ist wahnsinnig schwül und viel wärmer als zuhause. Wir versuchen aufzuräumen und uns auch ein bisschen auszuruhen, aber irgendwie hab ich Migräne. Ob es doch die Nachwirkungen von dem überhasteten Aufbruch und der Verletzung am Arm sind? Keine Ahnung, ich hoffe, es wird bald besser.
Ich hatte einen kleinen Auftrag von unseren Segelfreuden Heiner und Sandra bekommen. Sandra wünschte sich einen Hoodie aus selbstausgewählten Stoffen und Heiner hatte mitbekommen, dass ich die Leinen bei uns an Bord selber gespleißt hatte. Ob ich ihm da noch einen Endlosspleiß für die Reffleine vom Rollgroß machen könne? Klar, versprochen ist versprochen!
Sowohl Pullover als auch Endlosspleiß werden zu aller Zufriedenheit abgegeben, erledigt und bewertet und wir gehen abends gemeinsam essen in Flensburg. Eine schöne Pizza tut jetzt wirklich gut, die Kopfschmerzen sind immer noch nicht ganz weg. Dennoch haben wir einen schönen, lustigen Abend zusammen.
18.7.2025 Marina Minde
Nach dem Aufwachen habe ich mal kurz Kopf und Arm gecheckt. Ahhh, besser! Kopf fühlt sich normal an, der Cut am Arm tut nicht mehr weh. Bei meinem Pferd hatte ich den Maßstab: nicht heiß und nicht dick? Wird wieder! Gilt dann wohl auch für mich 😆.
Dann mal los, Boot putzen und aufräumen. Noch ein paar kleinere Näharbeiten an den Auftragsarbeiten erledigen, kurz einkaufen und dann kann es eigentlich los gehen! Bernd möchte noch mal in den Mast, die Funkantenne prüfen. Nachdem er auch die richtigen Kabel verbunden hat, funktioniert das Funkgerät! Ein kurzer Radiocheck mit Bremen Rescue ergibt, dass sie uns hören, was im Notfall das Wichtigste ist. Jetzt fehlt eigentlich nur der Autopilot, dem Signale fehlen… mal sehen, wann wir ihn zum Laufen bringen. Da wir Lieschen dabei haben, werden wir eh keine ewig langen Törns machen, so dass wir nicht zwingend den Autopiloten brauchen. Aber schön wär’s schon, wenn er funktioniert.
Nun endlich los?? Nein, Regen und Gewitter sind im Anmarsch, wir beschließen, dass es vollkommen ausreichend ist, morgen früh ausgeschlafen loszuschaukeln. Bernd möchte noch mal in den Mast, um die Antennenverbindung wasserdicht zu machen, beim ersten Anstieg hatte er das Klebeband vergessen. Wie immer fragen die Nachbarn um einen herum, was denn los sei und mindestens einer in der Nähe sagt: also da würde ich ja nie hochgehen…
Nach der Kletterpartie ist ein Bad in der Ostsee eine Wohltat, eine Portion Nudeln rundet den Tag angemessen ab. Vielleicht können wir morgen endlich segeln??? Es sind fast 10 Monate vergangen, seit wir das letzte Mal die Segel gesetzt haben. Können wir das überhaupt noch??
⛵