2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2017 - die Reise | 2016 | 2013 - 2015
2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2017 - die Reise | 2016 | 2013 - 2015
19.7.2025 Marina Minde - Alssund 14,8sm
Eigentlich sollte die Mastelektronik einsatzbereit sein, Funk und AIS sind funktionstüchtig. Bernd macht die Elektronikpanels an und die Anzeige im Boot signalisiert einen Kurzschluss. Das gibt’s doch nicht!! 😤
Woher der kommt, müssen wir noch rausfinden. Es scheint die Funkantenne zu sein. Also muss noch einmal jemand in den Mast. Dort oben scheint aber alles in Ordnung zu sein, also ist es entweder die Antenne selber oder der Anschluss unten im Mastfuß. Bernd schließt provisorisch die alte Antenne an, löst die Verbindung zur Mastantenne, klemmt das Provisorium ans Heck und funkt sicherheitshalber noch einmal Bremen Rescue an. Sie hören uns, also ist vorerst alles gut und einsatzbereit. Wir wollen nämlich endlich los.
Kurs auf Urlaub, raus aus Marina Minde und die Segel setzen, was ist das für ein befreiendes Gefühl. Das neue Rigg und die neuen Seile fühlen sich gut an, Tabaluga segelt wie am Schnürchen. Bis auf die Elektronik scheint erstmal alles in Ordnung zu sein, den Rest bekommen wir hin, ich bin sicher 👍.
Wir beschließen, Sønderborg zu passieren und in den Alssund hinein zu fahren und dort zu ankern. Der Abend ist traumhaft und windstill. Zu später Stunde, während wir noch an Deck sitzen, hören wir auf einmal das Blasen und Prusten eines kleinen Schweinswales, der auf der Suche nach Fischen durch den Sund schwimmt. Ich liebe diese Momente inmitten der Natur, endlich fühlt es sich wieder nach Sommer und Freiheit an! 🐳
20.7.2025 Alssund - Dyvig 16,6sm
Der Wind ist heute etwas kräftiger, aber es ist sommerlich warm. Wir segeln erst vorm Wind mit der Genua den Sund hoch, machen dann kehrt, um im ersten Reff und mit der Fock noch ein paar Schläge in die Dyvig-Bucht reinzusegeln. Hier ist die Hölle los, der Run auf die Liegeplätze im Hafen ist unbeschreiblich. Zum Glück wissen wir, dass unser Anker hält und auch bei ein paar kräftigeren Böen keine Notwendigkeit besteht, in den Hafen zu fahren. Das war mit dem alten Boot nicht immer so, das ist eine sehr komfortable Weiterentwicklung für uns!
Lieschen fällt es mittlerweile doch etwas schwerer, ins Schlauchboot und zurück an Bord zu springen, sie begreift aber nicht, dass wir ihr mit der Schwimmweste ganz leicht helfen können. Aber nach ein paar Übungseinheiten kapiert sie es und wir finden das richtige Timing aus Abspringen und Schwimmweste festhalten.
Wir gehen ein bisschen spazieren, baden und schauen uns das Treiben in der kleinen Bucht an. Das schicke Hotel nimmt an seinem Steg Hafengebühr, wenn man dort als Ankerlieger mit dem Schlauchboot anlandet… das hört sich ja fast nach Verhältnissen wie im Mittelmeer an, wo man auch Ankergebühren zahlen muss. Das ist hierzulande zum Glück nicht der Fall, wollen wir hoffen, dass es so bleibt. Wir finden einen anderen Schlauchi-Landeplatz, der keine Gebühren kostet 😅.
21.7.2025 Dyvig - Sønderborg 10,8sm
Unser Plan ist es, heute früh zu starten. Ab heute Abend soll es Starkregen geben und wir möchten rechtzeitig in Sønderborg einen guten Liegeplatz vorm Hotel Alsik erwischen. Katja und die Mädchen wollen uns besuchen und mal “richtig” segeln gehen. Mal gucken, ob das Wetter uns hold ist. Derzeit ändert sich der Wetterbericht täglich…
Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen sind wir aber wie immer nicht die ersten, die die Bucht verlassen. Ich verstehe es einfach nicht? Man hat doch Urlaub, der Hund muss raus, ein ordentliches Frühstück in aller Ruhe…? 😉
Bis Sønderborg sind es ja nur zehn Seemeilen das werden wir schon rechtzeitig schaffen, um noch einen Liegeplatz in Stadtnähe zu ergattern. Dort angekommen sieht aber doch alles voll aus. Wir finden einen Platz direkt am Kopf des Holzsteges, mit geringem Tiefgang sollten wir da anlegen können. Bug voran, seitlich rantreiben lassen, fest! Perfekter Platz, um die Regenfront abzuwettern. Manchmal muss man nur ein bisschen mutig sein bei der Wahl des Platzes und schon hat man gute Aussichten 😄.
22.7.2025 Sønderborg
Es nieselt, noch ist es kein Dauerregen, wie angekündigt. Liese und ich gehen eine Runde laufen, dann lässt es sich später entspannter rumhängen, während wir auf unsere Gäste aus Unna warten. Der Regen wird nach und nach kräftiger und wandelt sich zunehmend in den angekündigten Dauerregen. So einer von der Sorte: nach 2 Minuten nass bis auf die Haut. Trotz Regenjacke…
Nachmittags trudeln Katja, Pia und Lena ein, nach einer nervig langen Fahrt mit Staus und ebenfalls viel Regen. Wir freuen uns tierisch, dass die drei wirklich mal richtig mit uns segeln wollen und machen einen Plan für die nächsten Tage. Segeln, Ankerbuchten und Ziel Middelfart, das scheint bei den Wettervorhersagen gut machbar zu sein. Wir verschieben das Einkaufen auf den nächsten Morgen, wir wollen nicht mehr raus. Selbst Liese weigert sich, macht kehrt und ich muss sie an die Leine nehmen, um wenigstens das Nötigste zu erledigen und nicht zum Boot zurück zu laufen. Wir vertilgen die Reste, die wir noch so finden und kuscheln uns im Salon zusammen. So schön, dass die drei da sind!! 🥰
23.7.2025 Sønderborg - Genner Strand 20,2sm
Der Regen hört endlich so langsam auf, die Nacht war unruhiger als gedacht. Böen kamen auf und das Wasser schlug ans Heck, was bei dem Aluminiumrumpf schon sehr beeindruckend klingt. Unsere Gäste haben nicht ganz so gut geschlafen, aber das ändert sich in den nächsten Tagen hoffentlich. Beim Frühstück sind alle noch zurückhaltend, der “Wind-Wetter-See-Hunger” hat noch nicht eingesetzt. Katja und ich machen uns danach auf dem Weg zum Großeinkauf für fünf Personen und planen, was wir für die nächsten Tage brauchen. Mal gucken, ob es reicht… 🍎
Nach dem Einkauf geht’s endlich los. Wieder zurück nach Norden, den Alssund hinauf, Ziel ist eine Bucht etwas nördlich der Dyvig, dort waren wir auch noch nicht. Zunächst können wir noch ein bisschen segeln, aber bald ist der Wind weg und wir tuckern gemütlich mit Motor voran. Natürlich gehört es bei einer Fahrt mit Gästen auch dazu, Sicherheitseinweisungen zu geben. Ooops, auf einmal fällt ein Fender von Bord und wir müssen ein Fender-über-Bord-Manöver üben! Mit vereinten Kräften und präzisen Ansagen wird das gute Stück natürlich schnellstmöglich gerettet!
In der Bucht angekommen, pusten wir das Stand Up Paddelboard auf und paddeln mit Schlauchi und Suppi an Land. Wir sind die Einzigen weit und breit, niemand sonst ist zu sehen. Eine recht noble Villa am Strand ist bewohnt und ich beobachte, wie die vermeintliche Dame des Hauses uns nicht aus den Augen lässt. Es kommt, was kommen muss: das ist ein Badestrand, der Hund darf nicht ins Wasser und muss sowieso an die Leine… Ja, verstehe ich, wenn der Badestrand voll ist. Ansonsten: kann man nicht auch einfach mal fünfe gerade sein lassen? Wieso macht der Hund das (Ostsee-)Wasser dreckig? Die Menschen nicht? Ach, ich rege mich nicht auf, wir gehen in die andere Richtung spazieren und gut ist es! Ehrlich gesagt ist das aber das erste Mal, dass wir in Dänemark so etwas erleben. Sonst sind die Dänen beim Anblick von meinem Lieselein doch eher entzückt 🥰.
Nach anfänglichem Zögern gehen die Mädchen begeistert mit uns von der Tabaluga aus baden. Wir schwimmen dreimal herum, dann wird geduscht und anschließend gibt es original Dänische Hotdogs. Läuft!
Zu später Stunde paddeln wir noch mal mit Liese an Land, diesmal in die andere Richtung, Kalvø Hafen. Ein niedlicher, kleiner Hafen auf einer Halbinsel in der Genner Bucht, wenn ich jetzt von Geheimtipp reden, ist es ja keiner mehr, oder? 🤔
24.7.2025 Genner Strand - Middelfart 27,1sm
Es herrscht absolute Windstille und da wir ein paar Seemeilen bis Middelfart zu segeln haben, fahren wir los und wollen unterwegs frühstücken. Wir wollen nett sein und den Kindern noch ein bisschen Schlaf gönnen, aber kaum dass wir den Motor starten, kommen zwei verschlafene Gestalten nach oben und meckern über die Lautstärke, die der gute Diesel macht. Tja, das können wir leider nicht ändern. Nun sind alle wach und es gibt Frühstück, der Hunger der Mannschaft wird schon merklich größer 😋. Nur der Wind bleibt aus.
Richtig aufregend ist das nicht, aber Schweinswale zählen, die Nase in ein Buch vertiefen, steuern üben oder Karten spielen, alle sind irgendwie beschäftigt und vor allem tiefenentspannt. In Middelfart fahren wir in die große Marina am Südufer der Halbinsel und finden einen perfekten Längsseits-Anlegeplatz. Ab 1.8. sind diese Liegeplätze wegen einer Veranstaltung gesperrt, für uns passt das aber heute hervorragend, wir haben Platz und Lieschen kommt bequem von Bord. Begrüßt werden wir von einer Schwanenfamilie, die in Begleitung von ein paar Enten neugierig zu uns schwimmt.
Wir machen einen Spaziergang durch die Stadt, natürlich nicht ohne ein dänisches Softeis zu verputzen und gehen anschließend noch zum Strand schwimmen. Erstaunlicherweise hat keiner mehr Angst vor der dunklen Ostsee, in der ja Quallen und Seegras und sonstige Algen herumschwimmen könnten…
In der Stadt habe ich noch schnell ein Kartenspiel gekauft, so dass wir Doppelkopf spielen können. Die Mädels lernen schnell und unsere Abende sind ab jetzt natürlich verplant! Mal schauen, wer am Ende des Urlaubs auf der Punkteliste die Nase vorn hat ♣️.
25.7.2025 Middelfart - Bågø 15,2sm
Segeln auf Raumschot Kurs, entspannt und flott, es ist Segeln wie aus dem Reisekatalog bestellt! Katja lernt am Steuer, wie sensibel Tabaluga auf kleinste Ruderbewegungen reagiert. Wir wollen die kleine Insel Bågø anlaufen und wenn es möglich ist, dort ankern. Der Hafen ist klein, es wird wohl keinen Platz für uns geben. Leider herrscht aber doch ordentlich Schwell und es werden noch Böen um die 20-22 Knoten angesagt. Ich habe ein komisches Bauchgefühl, wir haben ablandigen Wind und keinen Außenbordmotor und müssten mit Liese und fünf Personen an Land rudern. Vielleicht ist es doch besser in den Hafen reinzuschauen und wenn wir keinen Platz finden, nach Assens weiterzusegeln. Der Käptn ist ein bisschen maulig, aber mein Bauchgefühl täuscht mich selten. Jaja, nicht Gefühle, sondern Fakten sollten entscheiden und so weiter, aber genau dieses Abwägen der Fakten sagt mir, dass es klüger ist, einen Hafen anzulaufen 😉.
Die Boxen im Hafen sind viel zu eng für uns, aber ganz vorne ist längsseits ein Platz frei. Mit vereinten Kräften von Helfern an Land zirkelt uns der Skipper geschickt in die Lücke und wir sind sicher fest. Besser geht’s doch nicht! Bernd und ich gehen eine lockere Runde laufen, 6,8km über diese hübsche Insel. Katja ist mit den Mädchen und Liese am Strand, alle sind zufrieden und happy. Das schon obligatorische Bad darf nicht fehlen. Duschen, eine ordentliche Mahlzeit und selbstverständlich eine Runde Doppelkopf beschließen diesen tollen Tag. Zum Sonnenuntergang machen wir noch einen Spaziergang zu dem kleinen Leuchtturm, der aber leider seit einigen Jahren außer Betrieb ist.
26.7.2025 Bågø - Dyvig 23,4sm
Von Bågø aus geht es zurück Richtung Als, wir wollen den Mädels die Dyvig nicht vorenthalten. Heute ist Kurs hoch am Wind angesagt, da übernehmen wir sicherheitshalber doch selber das Steuer, um Winddreher abfangen zu können. Da merkt man, dass bestimme Kurse schon Routine verlangen, um gut vorwärts zu kommen und keine Extrameilen machen zu müssen. Der Wind dreht ein wenig zu unserem Gunsten, so dass wir doch fast bis zum Schluss segeln können. Die letzten paar Meilen legen wir dann unter Motor zurück. Die Kinder freuen sich über den Wasserparcours, der neben dem Hafen aufgebaut ist, wir ankern direkt daneben.
Und es kommt, wie es kommen musste: trotz intensivem Rechnen bei unserem Großeinkauf haben Katja und ich ein Abendessen vergessen. Und die fünf Mäuler sind jeden Tag ein bisschen hungriger geworden 😄. Was bleibt anderes übrig, als Reste zusammen zu suchen, ein paar Dosen finden sich noch, es werden zum Glück alle satt!
Die Bucht ist längst nicht so voll wie am letzten Wochenende, dafür liegen ein paar richtig dicke Motoryachten am Hotelsteg und im Hotel ist Party. Da das nicht unsere Preisklasse und auch das entsprechende Party-Outfit zu Hause geblieben ist, bleiben wir bei Doppelkopf und genießen es einfach, hier zusammen zu sein.
27.7.2025 Dyvig - Sønderborg - Marina Minde 19,4sm
Unser letzter gemeinsamer Tag bricht an, wir bringen unsere Gäste zurück nach Sønderborg. Auch wir sind noch nicht ganz entschlossen, was wir anschließend machen. Ein paar Ersatzteile wären schon gut, wenn wir die hätten und ich würde schon gerne noch mal nach den Pferden schauen. Luckys Verletzung und Pegaz’ Hufgeschwür, ich glaube, ich möchte mich kurz selber davon überzeugen, dass alle Blessuren gut abgeheilt sind. Aber erstmal müssen wir weiter Richtung Süden. Der Wind ist komplett eingeschlafen, Bernd skippert uns ruhig nach Sønderborg, die Kinder lesen und Katja und ich nutzen die Zeit, um auf dem Vorschiff mal ungestört unter vier Augen erzählen zu können. Wie gut es tut, solche Freunde zu haben 😍.
In Sønderborg legen wir wieder an “unserem” Steg an und schlendern wir noch einmal durch die Stadt zum Schloss. Wir verabschieden unsere Gäste wirklich sehr ungern, es war eine schöne gemeinsame Zeit!
Wir entscheiden uns dafür, nach Marina Minde zurück zu fahren und den Urlaub zu unterbrechen. Das Wetter für die nächste Woche ist auch nicht sonderlich gut vorhergesagt, so dass die Idee mit Ersatzteilen und Pferden nicht die dümmste ist. Kurz vor Minde dreht der Wind und auf einmal haben wir 15kn. Es ist manchmal echt verhext, immer genau dann, wenn wir anlegen wollen. Aber kein Problem, der Wind kommt direkt von vorne, wir fahren in unsere Box, legen die Leinen fest und fertig. Kein Problem!
28.7.2025 Marina Minde
So ganz wild entschlossen nach Hause zu fahren, sind wir noch nicht… wir sortieren noch alles mögliche an Leinen und Kram und vermessen die Lazy Bags für geplante Reffleinendurchführungen zum gefühlt Xten Mal (passt aber immer noch nicht). Ich spleisse noch ein paar Augen in die Schoten, was mittlerweile wirklich gut klappt. Nach dem obligatorisch gewordenen Bad in der Ostssee beglückt uns zum Abschluss dieser Woche ein wunderschöner Sonnenuntergang in unserem Heimathafen.
29.7.2025 Marina Minde - Westergellersen
Wie es der Zufall so will, kommt am Morgen eine Nachricht, dass Pegaz wieder lahmt und gar nicht von der Weide kommen will. Weiß mein altes Pferd, dass ich eh schon geplant hatte, nach Hause zu kommen? Nun, jetzt ist der Plan klar, ab nach Hause, wir machen Pause vom Urlaub 🤷♀️. Übernächste Woche geht’s weiter!
⛵